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JavaScript-Website: Was Google sieht und KI-Crawler nicht

Der Kunde meldet sich, weil eine neue Kategorieseite seit sechs Wochen nicht rankt. Im Browser steht der Text. Im Quelltext steht ein leeres <div id="root">. Teuer wird das nicht durch den Fehler, sondern durch die Wochen dazwischen: Zwischen Verdacht und Beweis liegen im Alltag ein Ticket an die Entwicklung, eine Rückfrage, ein Deploy — und am Ende stellt sich regelmäßig heraus, dass Google die Seite längst gerendert hat und das eigentliche Problem woanders sitzt.

So gehen Sie mit JMX vor

  1. Crawl mit gespeichertem HTML. Unter Einstellungen → Crawl muss Quelltext speichern aktiv sein. Sonst gibt es später nichts, wogegen verglichen werden könnte; wie viele Seiten das betrifft, steht als Hinweis über dem Ergebnis.
  2. Reiter GEO, Bereich Auslieferung. Die Regel GEO.RENDER.CLIENT_SIDE meldet Seiten, deren ausgeliefertes HTML weniger als 50 Wörter trägt und zugleich einen Mountpunkt wie #root, #app oder #__next enthält. Schweregrad Fehler.
  3. Reiter Rendern starten. JMX lädt die gecrawlten Seiten in Chrome, Edge oder Chromium Ihres Rechners; einen Browser bringt die Anwendung bewusst nicht mit. Bei „Warten bis“ ist Netzwerk ruhig die vollständigste und langsamste Einstellung, DOM geladen die Rückfallebene. Nachwartezeit und Fenstergröße stehen daneben; die voraussichtliche Dauer steht vor dem Start da.
  4. Die vier Spalten lesen. Wörter mehr und Links mehr zeigen, was erst nach JavaScript existiert. Braucht JS markiert Seiten, bei denen mindestens die Hälfte des Textes im Browser entsteht. robots geändert ist die Zeile, nach der niemand sucht: ein noindex, das erst der Browser setzt.
  5. Screenshots einschalten. „Screenshot je gerenderter Seite speichern“ legt je Seite ein JPEG ab, ganzseitig oder im gewählten Ausschnitt, in einem Ordner je Host. Ein Klick auf die Zeile zeigt die Vorschau: Was fehlt denn ohne JavaScript?
  6. Gegenprobe in der Search Console. Die URL-Prüfung nennt den Indexierungsstatus von Google selbst. Nur der ist autoritativ.

Worauf Sie achten müssen

„Braucht JS“ ist kein Ranking-Befund. Google rendert JavaScript. Der Befund gehört nach GEO: GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot holen eine Seite als reines HTTP-Dokument, und eine Seite, die im Vergleich 400 Wörter dazugewinnt, kann in Google auf Platz 3 stehen und trotzdem in keiner einzigen KI-Antwort je als Quelle auftauchen. Wer beides zusammenwirft, begründet einen teuren Umbau mit dem falschen Argument.

Die Grenze des Verfahrens steht in der Ansicht selbst. Gerendert wird mit dem Browser dieses Rechners, auf Ihrer Leitung und ohne Zeitbudget; Google rendert mit eigenem Chromium, nach eigenem Zeitplan und eigenem Budget. Dass eine Seite hier in zwei Sekunden fertig ist, heißt nicht, dass Google sie zeitnah rendert. Ein Rendern kostet das Zwanzig- bis Hundertfache eines Abrufs, weshalb die Parallelität bewusst von der des Crawls getrennt und viel niedriger liegt. Und jmx-cli rendert nicht: Der nächtliche Lauf prüft das ausgelieferte HTML, das Rendern bleibt ein Vorgang in der Oberfläche.

Zwei Sonderfälle sollten Sie kennen. Seiten, die dauerhaft nachladen — Chat-Widget, Werbung, Live-Ticker —, laufen unter „Netzwerk ruhig“ ins Zeitlimit; dort hilft „DOM geladen“. Websites aus Web Components brauchen den voreingestellten Schalter Shadow DOM einflechten, sonst sähen sie nach dem Rendern so leer aus wie davor, und der Vergleich meldete brav Übereinstimmung, obwohl beide Seiten dieser Rechnung denselben blinden Fleck haben.

Zeigt der Vergleich keinen Unterschied, haben Sie keinen Lauf verschwendet, sondern eine Frage geschlossen: Rendern ist für diese Website ohne Belang, und die schlechte Platzierung hat eine andere Ursache, die Sie ab morgen an einer anderen Stelle suchen.

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