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PageSpeed 98, Search Console „schlecht“ — welche Zahl gilt?

Der Kunde schickt einen Screenshot: PageSpeed Insights, 98 von 100, alles grün. Zwei Tage später kommt der zweite Screenshot, aus der Search Console, und dort steht für dieselben Seiten „schlecht“. Beide Zahlen stimmen, und genau das macht die Lage teuer: Solange niemand erklärt, dass hier zwei verschiedene Messungen nebeneinanderstehen, optimiert das Team wochenlang gegen den Wert, den Google für seine Bewertung gar nicht heranzieht.

So gehen Sie mit JMX vor

  1. Web Vitals abrufen. Die Ansicht Web Vitals holt die Werte über die PageSpeed-Insights-API. Voreingestellt wird mobil gemessen, weil Google danach bewertet; Desktop verdoppelt die Aufrufe und ist eine getrennte Bewertung, nie ein Mittelwert.
  2. Die Spalte Datenquelle lesen. Sie unterscheidet Feld (URL), Feld (Domain) und Labor, und über der Tabelle steht, wie viele Seiten in welche Kategorie fallen. Nur echte Felddaten je URL beantworten die Frage aus der Search Console.
  3. Einen API-Schlüssel hinterlegen. Unter Einstellungen → Google. Mit Schlüssel sind 25.000 Abfragen am Tag möglich; ohne bleiben zwölf Abfragen je Minute, und JMX veranschlagt für fünfzig Seiten mit Labordaten rund zehn Minuten.
  4. Den Lighthouse-Lauf einbeziehen. Aus demselben Aufruf fallen vier Bewertungen an: Punkte, BF, BP und SEO. Die 98 des Kunden steht in der Spalte Punkte. Sie ist Labor.
  5. In den Reiter Maßnahmen wechseln. Dort steht nicht, wie langsam eine Seite ist, sondern welche Datei wie viele Kilobyte zu groß ist — zusammengefasst je Maßnahme statt je Seite, mit der Zahl der betroffenen Seiten, der geschätzten Einsparung als Median und dem Gewicht, mit dem die Prüfung in ihre Kategoriepunktzahl eingeht.
  6. Den Felddaten-Verlauf ansehen. Rund vierzig Wochen 75.-Perzentil-Werte aus der Chrome-UX-Report-History-API, kostenlos, mit demselben Schlüssel. Der 28-Tage-Wert sagt, wie die Website heute dasteht. Die Kurve sagt, seit wann.

Worauf Sie achten müssen

Die 98 ist nicht falsch, sie beantwortet eine andere Frage. Ein Labortest lädt die Seite einmal auf gedrosselter Leitung, und niemand klickt dabei — INP entsteht erst durch eine Interaktion. Google bewertet dagegen das 75. Perzentil echter Aufrufe der letzten 28 Tage: 2,5 Sekunden LCP, 200 Millisekunden INP, 0,1 CLS. Ein Viertel der Besucher darf schlechter dran sein. Wird es mehr, kippt die Bewertung, obwohl im Labor nichts passiert ist.

Eine Grenze müssen Sie dem Kunden dazusagen: JMX liest den Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console nicht. Die Anbindung liefert Klicks, Impressionen, CTR und Position, die URL-Prüfung und die Sitemap-Verwaltung; die Vitals kommen aus PageSpeed Insights, je einzelner URL. Die Search Console fasst ähnliche Seiten zu Gruppen zusammen und meldet die Gruppe, weshalb eine gemessene URL bestehen kann, während ihre Gruppe fällt. Näher kommen Sie damit nicht: Die Web-Vitals-Ansicht kennt keine Segmente — die Bestehensquote rechnet JMX nur je Geräteklasse, mobil und Desktop getrennt. Deckungsgleich ist das nicht.

Der häufigste Sonderfall: die Seite ohne eigene Felddaten. Hat eine URL zu wenig Verkehr, schickt die API die Zahlen der ganzen Domain; JMX weist sie als Feld (Domain) aus und rechnet diese Seiten aus der Bestehensquote heraus, statt sie als durchgefallen zu zählen — der Median einer Domain sagt nichts über eine einzelne Unterseite. Der Felddaten-Verlauf gilt aus demselben Grund je Origin und nicht je Seite: Er beantwortet, ob die Website seit dem Relaunch schlechter geworden ist, nicht, ob diese eine Landingpage es ist.

Wer die 98 als Erfolg meldet, verkauft eine Labormessung als Besuchererfahrung — und steht beim nächsten Screenshot aus der Search Console ohne Erklärung da.

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