Serientexte erkennen: 400 gelieferte Texte prüfen
Die Rechnung ist bezahlt, die Texte stehen online, und gelesen hat im Haus keiner alle 400. Die Frage kommt Wochen später, wenn der Traffic nicht anzieht. Teuer wird sie doppelt: Google wertet massenhaft nach demselben Muster erzeugte Inhalte seit 2024 als „scaled content abuse“, unabhängig davon, wer geschrieben hat, und seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 eine Offenlegung, wenn KI im Spiel war und der Text die Öffentlichkeit informieren soll.
So gehen Sie mit JMX vor
- Den Bereich abgrenzen. Nach dem Crawl unter Einstellungen → Segmente ein Segment für die Lieferung anlegen: Pfad beginnt mit
/ratgeber/. Es gilt die erste passende Zeile. - Noch nichts erklären. Unter Einstellungen → Herkunft der Inhalte bleibt der Bereich für diesen Durchgang leer. Das Serienmaß schweigt überall dort, wo eine Herkunft erklärt ist — sofort und dauerhaft.
- Reiter Probleme, Kategorie KI-Kennzeichnung. Die Regel „Serientext ohne erklärte Herkunft“ (
AI.TEXT.UNDISCLOSED) meldet als Hinweis, ab Serienmaß 60 von 100 und erst ab 250 Wörtern je Seite. Neben jeder URL steht der Beleg: „Serienmaß 68 von 100 auf 412 Wörtern (gemessen in de)“, dahinter die einzelnen Merkmale. - Die Website als Ganzes ansehen. Dieselbe Kategorie führt „Serienmuster: viele Seiten gleichförmig, keine erklärt“ (
AI.SITE.SCALED_PATTERN) — ab 30 Prozent auffälliger Inhaltsseiten und mindestens 10 auffälligen Seiten. Eine Seite ist Geschmack. Ein Drittel ist eine Entscheidung. - Funde von Verdachten trennen. In derselben Liste stehen Reste aus dem Chatfenster — die Entschuldigung, mit der ein Modell seine Grenzen erklärt, ein nie ersetzter Platzhalter für den Firmennamen — und unsichtbare Zeichen im Fließtext, die Reste als Fehler, die Zeichen als Warnung. Sie behaupten nichts: Der Satz steht auf der Seite und damit im Google-Index.
- Auf Vorlagen prüfen. Die Near-Duplicate-Regel vergleicht per SimHash und meldet bis Hamming-Abstand 6. Wo kein Satz gleich ist, greift sie nicht — dafür die Semantik-Ansicht, Sicht „Seiten, die dasselbe meinen“, ab Kosinus 0,92. Mit Ollama kostet das nichts, und kein Seitentext verlässt den Rechner.
- Die Liste ausgeben. „Exportieren“ in der Problem-Ansicht schreibt CSV oder Excel, Belegspalte eingeschlossen. Das ist die Tabelle, die an die Agentur geht.
Worauf Sie achten müssen
Serienmaß 72 heißt nicht „72 Prozent KI“. Gemessen wird Gleichförmigkeit: enge Satzlängen, gleich lange Absätze, formelhafte Anschlüsse, wenige prüfbare Zahlen und vor allem das Fehlen jedes langen Satzes. Kein Verfahren erkennt maschinell erzeugten Text zuverlässig, und ein sorgfältig nach Schema geschriebener Text aus Menschenhand erfüllt dieselben Merkmale. Deshalb steht die Regel auf Hinweis. Das ist kein Beweismittel, sondern eine Frage.
Die Ränder der Messung sind scharf. Geeicht ist sie für Deutsch und Englisch, sonst schweigt sie. Unter 250 Wörtern urteilt sie gar nicht: Kurze Produkttexte sind nicht unauffällig, sie sind ungeprüft — wer 400 Zeilen zählt, muss wissen, wie viele davon zur Prüfung standen. Draußen bleiben auch Seiten mit noindex. Eine nach Serienmaß sortierte Triage-Ansicht gibt es nicht; gefiltert wird in der Problemliste nach Kategorie.
Leichte Sprache, Nachrichtenmeldungen und knappe Produktbeschreibungen sind absichtlich kurz und gleichförmig gebaut, und eine Prüfung, die Gleichförmigkeit misst, meldet sie zuverlässig — kein Fehler des Verfahrens, sondern der Grund, warum die Erklärung über der Schätzung steht. Tragen Sie solche Bereiche einmal als „ohne KI geschrieben“ ein — nur eben in dieser Reihenfolge: erst messen, dann eintragen.
Die Agentur wird auf „nur eine Heuristik“ hinauswollen. Widersprechen müssen Sie nicht — ein Serientext bleibt ein Serientext, gleich wessen Hand ihn gebaut hat, und Google fragt bei der Bewertung nicht nach der Herkunft.