Bilder ohne alt-Text und zu große Bilddateien finden
Ein Foto kommt aus der Kamera, 4,2 MB, 6.000 Pixel breit, und das Redaktionssystem legt es unverändert ab; das Template skaliert es per CSS auf 800 Pixel Anzeigebreite, sodass jeder Besucher am Telefon die vollen 4,2 MB über die Mobilverbindung zieht, um ein Bild zu sehen, für das ein Zwanzigstel gereicht hätte. Das alt-Feld bleibt leer, weil es optional ist. Niemand merkt es. Teuer wird das an zwei getrennten Stellen: Die Bildersuche findet keine Textbeschreibung, ein Screenreader liest „IMG_4711.jpg“ vor, und der Largest Contentful Paint verschiebt sich um die Sekunden, die das schwerste Bild braucht.
So gehen Sie mit JMX vor
- Einstellungen → Crawl. „Bilder abrufen“ muss aktiv sein, ab Werk ist es das. Nur ein abgerufenes Bild hat eine gemessene Dateigröße. Liegen die Bilder auf einem fremden Host oder CDN, braucht es zusätzlich „Externe Links prüfen“.
- Reiter Probleme, Filter
Kategorieauf „Bilder“. Dort liegen die sieben Bildregeln beieinander: Bild ohne alt-Attribut, alt-Text zu lang (ab 125 Zeichen), Bild ohne width/height, Bilddatei zu groß (ab 100 KB), Bild nicht abrufbar, große Bilder ohne srcset und „wahrscheinliches LCP-Bild wird lazy geladen“. - Reiter Ergebnisse. Die Spalten „Bilder“ und „Bilder ohne Alt“ zuschalten und sortieren. So sehen Sie, ob dreißig Seiten je ein Bild vermissen oder eine einzige Galerie sechzig. Der Detailbereich zeigt im Reiter „Bilder“ jede Adresse mit ihrem alt-Text.
- Reiter Barrierefreiheit. Die Regel „alt-Text ist der Dateiname“ findet, was die SEO-Prüfung durchlässt: ein gefülltes Attribut, das nichts beschreibt.
- Reiter Aufgaben. Hier steht neben dem Befund der Aufwand. „Große Bilder ohne srcset“ zählt als einmalige Änderung an einer Stelle, „Bild ohne alt-Attribut“ wiederholt sich je Seite. In der Problemliste steht beide Male dieselbe Zahl.
- Reiter Web Vitals. Nach dem Umbau die LCP-Felddaten erneut holen: echte Besucher der letzten 28 Tage, und nur die zählen für Google.
Worauf Sie achten müssen
Ein alt="" ist kein Befund, sondern die korrekte Auszeichnung für ein rein dekoratives Bild; gemeldet wird nur das vollständig fehlende Attribut. Wer danach jedes leere alt-Attribut mit „Bild“ oder „Foto“ füllt, hat die Liste geleert und die Seite verschlechtert. Die Bildregeln melden außerdem einen Befund je Seite und nicht je Bild, sodass eine Galerie mit sechzig Bildern ohne alt als eine einzige Zeile erscheint, deren betroffene Adressen als Beleg danebenstehen: in der Problem-Ansicht die ersten fünf, gefolgt von „… und 55 weitere“; die Aufgabenliste nennt stattdessen bis zu fünf betroffene Seiten. Die Zahl dort zählt Seiten. Die Bilder zählt die Ergebnisspalte.
Das Verfahren hat eine harte Grenze: JMX liest die <img>-Elemente der Seite; das poster-Attribut von <video> wird zwar als Ressource geholt, geht aber in keine Bildregel ein. Ein Titelbild, das im Stylesheet als background-image gesetzt wird, erscheint in keiner Bildregel, wird nicht gewogen und kann auch keinen Alternativtext bekommen. Für den Crawl ist es kein Bild. Die 100 KB sind der Vorgabewert der Regel; im Reiter „Schwellenwerte“ der Einstellungen stehen Titel, Description, Wortzahl, Antwortzeit, URL-Länge, Stylesheets und Skripte, die Bildgrenze steht dort nicht. Wer sie für eine Fotografen-Website nicht will, schaltet die Regel unter Einstellungen → Regeln ab.
Die LCP-Meldung ist eine Schätzung. JMX nimmt das erste größere Bild im Quelltext und überspringt SVG sowie alles mit deklarierter Breite unter 200 Pixeln, weil das Icons und Logos sind. Ohne Rendering lässt sich das tatsächliche LCP-Element nicht bestimmen: Bei einem Slider oder einem Consent-Layer greift die Heuristik daneben, und der Regeltext sagt das.
Wer vierhundert Bilder ersetzt und die Felddaten danach nicht erneut liest, hat Arbeit geleistet und keinen Nachweis.