Tippfehler auf der ganzen Website finden
Ein Kunde meldet einen Tippfehler auf der Preisseite. Sie beheben ihn. Zwei Wochen später kommt der nächste, diesmal aus einem Blogbeitrag von 2022, und zwischen diesen beiden Meldungen liegt erfahrungsgemäß ein ganzer Bestand an Fehlern, den niemand kennt, weil niemand 600 Seiten am Stück Korrektur liest. Teuer wird das an zwei Stellen: im Titel, den Google ins Snippet setzt, und im Produktnamen, nach dem Ihre Kunden suchen.
So gehen Sie mit JMX vor
- Crawl laden. Adresse oben eingeben, Starten. Die Prüfung arbeitet auf dem geladenen Crawl. Nachgeladen wird nichts. Ohne Lizenz endet jede Auswertung bei 25 Seiten — für einen Probelauf reicht das, für den Bestand nicht.
- Wörterbuch bereitstellen. Im Reiter Rechtschreibung steht oben das Standard-Wörterbuch. JMX liefert keines mit, sondern sucht die, die ohnehin auf dem Rechner liegen — jede LibreOffice-Installation bringt welche mit, unter Linux
/usr/share/hunspell, unter macOS/Library/Spelling. Findet sich nichts, wählen Sie über Wörterbuch wählen … eine.dic-Datei aus; die gleichnamige.aff-Datei muss danebenliegen, sonst fehlen die Regeln für Beugung und Komposita. - Sprachen zuordnen. Unter Sprachen der Website stehen alle Sprachen des Crawls mit ihrer Seitenzahl, jede mit eigenem Wörterbuch. Wofür keines vorliegt, stellen Sie auf — nicht prüfen —. Seiten ohne
lang-Attribut bilden eine eigene Zeile und laufen gegen das Standard-Wörterbuch. - Optionen setzen. Unter Was geprüft wird blendet Fremdwörter gegen ein zweites Wörterbuch prüfen das Englisch in deutschen Texten aus. Korrekturvorschläge berechnen ist ab Werk aus, weil ein Vorschlag ein Vielfaches der Prüfung kostet.
- Prüfen. Die Liste ist nicht nach Häufigkeit sortiert, sondern nach Fehlerwahrscheinlichkeit. Die Spalte Einstufung sagt es: bis zwei Seiten Tippfehler, ab drei Seiten Vokabular. Ein Wort auf einer Seite ist ein Verschreiber, dasselbe Wort auf vierzig Seiten ist der Fachbegriff des Kunden.
- Von oben abarbeiten. Die Spalte Fundstelle zeigt das Satzfragment, an dem sich entscheiden lässt. Marken- und Fachbegriffe nehmen Sie mit Wort übernehmen heraus; die Liste gilt projektübergreifend.
- Weitergeben. Exportieren schreibt CSV oder Excel für die Redaktion. Im Kundenbericht erscheinen nur die Wörter, die nach Tippfehlern aussehen.
Worauf Sie achten müssen
Die Einstufung Vokabular ist keine Absolution, sondern eine Wahrscheinlichkeit. Ein falsch geschriebenes Wort, das eine Vorlage über die ganze Website streut, steht auf hunderten Seiten und bekommt damit dieselbe Einstufung wie der korrekt geschriebene Markenname — genau der Fall also, der am meisten kostet, rutscht nach unten. Sehen Sie die obersten Vokabular-Zeilen einmal durch, bevor Sie etwas übernehmen. Ein übernommenes Wort fragt JMX bei keinem Projekt mehr nach.
Hunspell prüft, ob ein Wort im Wörterbuch steht. Mehr nicht. „das“ statt „dass“, „Sie“ statt „sie“, eine falsche Beugung, ein vertauschtes Wortpaar: alles gültige Wörter, alles kein Fund. Die Fremdwort-Option verschärft das noch, denn sie versteckt jeden deutschen Tippfehler, der zufällig ein englisches Wort ergibt — aus „Mist“ wird so kein Befund. Ab Werk ist sie aus.
Eine Grenze gehört in die Planung: Die Prüfung läuft in der Oberfläche. jmx-cli schreibt Bericht, Sitemap, Aufgabenliste und den Vergleich mit dem vorigen Lauf, kennt aber keinen Schalter für die Rechtschreibung. Ein nächtlicher Lauf meldet Ihnen ein neues noindex, keinen neuen Tippfehler.
Nach dem ersten Durchgang ist die Liste der eigenen Wörter gefüllt, und der zweite Durchgang dauert Minuten statt einer halben Stunde — was dann noch auftaucht, wurde seit dem letzten Mal geschrieben.