Werden Sie in KI-Antworten genannt? So messen Sie es
Der Kunde hat es selbst versucht. Er tippt „beste SEO-Agentur in Wien“ in ChatGPT, wird nicht genannt und ruft an. Sie tippen dasselbe, werden genannt, und danach weiß niemand mehr als vorher. Teuer wird das erst an der Stelle, an der aus diesem Münzwurf ein Budget wird: Texte werden umgeschrieben, Autorenboxen eingebaut, Schema nachgerüstet — und hinterher fehlt der Messwert von vorher, gegen den sich der Aufwand halten ließe.
So gehen Sie mit JMX vor
- Reiter GEO, Übersicht „Zugriff der KI-Crawler“. Lesen Sie zuerst die Spalte Zweck. Modelltraining zu blockieren kostet keinen Verweis, Antwortsuche zu blockieren nimmt Sie aus den Antworten. Der häufigste Fund ist eine
robots.txt, die pauschal alles mit „AI“ im Namen sperrt und OAI-SearchBot und PerplexityBot mit erwischt. - Dieselbe Ansicht, vier Bereiche. 33 GEO-Regeln bewerten Antwortfähigkeit, Belegbarkeit, Autorität & Zuordnung und Auslieferung. Das ist die Vorbedingung, nicht die Messung.
- Einstellungen → Google → DataForSEO für die vier festen Engines (ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity); alternativ Einstellungen → KI → OpenRouter für frei gewählte Modelle aus dem Katalog. Eigene Schlüssel bei den KI-Anbietern braucht der erste Weg nicht.
- Reiter KI-Sichtbarkeit. Prompts einer je Zeile, dazu die eigene Marke samt Domain und die Wettbewerber. Stellen Sie die Stichproben je Prompt auf mindestens drei, sonst messen Sie einen Zufall; die Kostenzeile rechnet Abfragen mal Festanteil vor dem Start aus, bei OpenRouter zusätzlich die obere Grenze aus der Preisliste ($ je 1 Mio. Token). Dann Sichtbarkeit messen.
- Modellvergleich und Share of Voice lesen. Jede Engine und jedes Modell steht mit Erwähnungs- und Zitierquote in einer Zeile, mit Richtungspfeil gegen den vorigen Messtag. Öffnen Sie bei jeder Überraschung die Antwort im Wortlaut — sie liegt in der Projektdatei und erklärt das Warum.
- Reiter Rankings. Die Spalten zur AI Overview fallen mit derselben Positionsmessung ab, und das Zitatregister wertet die ohnehin mitgelieferten Quellenlisten aus, ohne eine weitere bezahlte Abfrage. Der Reiter GEO zeigt danach unter Zitierte eigene Seiten, ob eine zitierte Adresse überhaupt noch mit 200 antwortet oder auf
noindexsteht.
Worauf Sie achten müssen
Die häufigste Fehlinterpretation ist die glatte Prozentzahl. JMX schreibt an jede Quote ihre Stichprobe, weil „2 von 3“ etwas anderes behauptet als „67 %“. Bei drei Stichproben ist ein einzelner Ausreißer eine Abweichung von 33 Punkten, und wer daraufhin die Content-Strategie ändert, hat Rauschen für ein Signal gehalten.
Die Grenze des Verfahrens: Gemessen wird die API-Antwort des Modells, nicht der Bildschirm Ihres Kunden. Sein Verlauf, sein Standort und seine Kontoeinstellungen fließen dort ein und sind von außen nicht reproduzierbar — eine Abweichung zwischen seiner Stichprobe und Ihrer ist deshalb kein Fehler der Messung, sondern ihre Eigenschaft. Zitieren kann nur, wer gesucht hat. Läuft ein Modell ohne Websuche, bleibt die Zitatquote leer, und die Erwähnungsquote ist die einzige Zahl, die dort trägt. Google-Ergebnisseiten scrapt JMX grundsätzlich nicht; die AI Overview kommt ausschließlich über die bezahlte DataForSEO-Abfrage herein.
Zwei Sonderfälle kosten regelmäßig eine Stunde Suche. Erwähnungen zählen mit Wortgrenzen — „beispiel.at“ zählt nicht in „neue-beispiel.at“ —, und wer die Markenliste nachträglich ändert, bewertet damit die gesamte Historie rückwirkend neu, weil die Quoten lokale Auswertungen sind und keine gespeicherten Zahlen. In der Webanalyse kommt hinzu, dass Besuche aus KI-Apps ohne Referrer prinzipbedingt als „Direkt“ gezählt werden.
Wer die erste Messung erst nach dem Umbau ansetzt, hat keinen Vorher-Wert mehr und beantwortet dieselbe Frage beim nächsten Anruf wieder mit einem Münzwurf.