Zehntausend Seiten, drei Tage Budget: womit anfangen
Ein Kunde übergibt einen Shop mit zehntausend Seiten, das Budget reicht für drei Tage. Der Crawl läuft über Nacht und meldet am Morgen 38.000 Befunde, sortiert nach Schweregrad. Wer diese Liste von oben abarbeitet, verbringt den ersten Tag mit Alt-Texten für Produktbilder und geht am dritten Abend nach Hause, ohne die Weiterleitungsschleife angefasst zu haben, die vier Kategorieseiten aus dem Index hält. Teuer ist nicht der Fehler. Teuer ist die Reihenfolge.
So gehen Sie mit JMX vor
- Einstellungen → Crawl — Grenzen vor dem Start. URLs ausschließen nimmt einen regulären Ausdruck; bei Shops trifft er die Facettennavigation, die aus zweihundert Produkten sechsstellige Adressmengen macht. Parallele Anfragen: fünf sind den meisten Servern zumutbar, bei kleiner Hardware zwei.
- Einstellungen → Segmente — Shop, Blog, Karriere als Muster hinterlegen, bevor Sie den ersten Befund lesen. Jede Seite gehört zum ersten passenden Segment, die Reihenfolge der Definitionen ist damit Teil ihrer Bedeutung. Was auf keines passt, sammelt sich unter „Ohne Segment“.
- Reiter Technik — acht Kernfragen auf einer Seite: Crawler-Zugriff, robots.txt und Sitemaps, Indexierbarkeit, Weiterleitungen, Ladezeiten, Sprachcodes und Sicherheits-Kopfzeilen. Was nicht geprüft werden konnte, heißt dort „Nicht prüfbar“ und nicht „In Ordnung“.
- Reiter Probleme — über der Regelliste steht die Aufschlüsselung nach Segment mit der Spalte Befunde je Seite. Sie ist die einzige Zahl, die einen Shop mit zehntausend Seiten und einen Blog mit dreißig vergleichbar macht.
- Reiter Aufgaben — vier Kacheln: Sofort, Einplanen, Nebenbei, Zurückstellen. Ihre drei Tage stehen in „Sofort“. Der Filter Höchstens blendet aus, was je Befund mehr Arbeit macht als eine gewählte Stufe; sortiert wird zuerst nach Feld, erst darin nach Hebel — Punkte je Personentag.
- Exportieren — PDF für den Kunden, Excel-Mappe zum Abhaken. Ausgegeben wird, was auf dem Bildschirm steht, samt gesetzter Filter; die Nummern bleiben die des ganzen Plans.
Worauf Sie achten müssen
Die Spalte Auswirkung wird regelmäßig falsch gelesen. Sie ist die Score-Rechnung ohne Kappung und sagt, was ein Befund die Bewertung derzeit kostet — nicht, wie viele Punkte nach dem Beheben sichtbar werden. Eine Website, die bei 0 steht, sieht lange nichts steigen. Der Hebel allein taugt ebenso wenig als Rangfolge: Ein reiner Quotient stellte eine Aufgabe mit 0,2 Punkten in zehn Minuten über eine mit zwölf Punkten in drei Tagen.
Der Aufwand ist eine Schätzung: sechs Minuten für einen Handgriff, gut zwanzig für einen kurzen Text, anderthalb Stunden für echte Arbeit an einer Seite, ein Dreivierteltag für ein Vorhaben. Als einmalig gilt nur, was strukturell an einer Stelle liegt — robots.txt, Serverkonfiguration, Sprachauszeichnung im Grundgerüst. Alles andere rechnet JMX je Seite, weil das die vorsichtige Richtung ist. Erzeugt Ihr Shop 8.000 Descriptions aus einer Vorlage, überschätzt die Zeile den Aufwand deutlich, und die Aufgabe rutscht zu weit nach hinten.
Was die Liste nicht weiß: welche der zehntausend Seiten Geld bringen. Sie gewichtet nach Punkten und Aufwand, nicht nach Klicks — nach echtem Traffic sortieren die Migrationsansicht — dort Schwere mal Klickvolumen aus der Search Console — und die Seitenbewertung, die je Handlung nach den Impressionen ordnet, die auf dem Spiel stehen. Und wenn Sie den Crawl über Maximale URL-Anzahl gedeckelt haben, schweigen die Regeln, die aus einer Abwesenheit argumentieren: „Verwaiste Seite ohne eingehende interne Links“ und „Sitemap-URL im Crawl nie erreicht“ meldet JMX auf einem gedeckelten Lauf gar nicht, weil das Fehlen dann etwas über den Crawl sagt und nicht über die Website. Nur die Duplikatsuche rechnet weiter — auf der Teilmenge, und ohne dass ein Hinweis am Ergebnis daran erinnert.
Drei Tage reichen nicht für zehntausend Seiten. Sie reichen dafür, festzulegen, was die nächsten zwanzig bekommen — und diese Festlegung liegt danach als PDF beim Kunden, mit Aufwand und Wirkung in derselben Zeile, statt als Erinnerung an ein Gespräch.