Was kostet die Behebung? Aufwand mit JMX beziffern
Der Bericht ist raus, 340 Befunde, der Kunde liest bis Seite drei und ruft an: „Was kostet das jetzt?“ Die Problem-Ansicht zählt Befunde, keine Stunden — und eine Hausnummer aus dem Bauch ist entweder zu hoch, dann geht der Auftrag an jemand anderen, oder zu niedrig, dann arbeiten Sie die Differenz nach. Teuer wird nicht die Schätzung, sondern dass sie sich nicht belegen lässt: Wer nicht sagen kann, welche Zeile welche Stunden verursacht, kann auch nicht verhandeln, was gestrichen wird.
So gehen Sie mit JMX vor
- Reiter „Aufgaben“ öffnen. Über der Tabelle stehen vier Kacheln — Sofort, Einplanen, Nebenbei, Zurückstellen —, jede mit der Zahl der Aufgaben und dem Aufwand darin. Diese vier Summen sind die Antwort auf die Frage, in Arbeitszeit.
- Die Spalte „Art“ lesen. Dort stehen Aufwand je Befund und Reichweite, etwa „Handgriff, einmalig“ gegen „Klein, je Seite“. 412 Seiten ohne Meta-Description sind 412 Texte, 412 Seiten ohne Viewport-Meta sind eine Zeile in einer Vorlage. In der Problemliste steht beide Male dieselbe Zahl.
- Die Spalte „Hebel“ heranziehen — Punkte je Personentag. Sortiert wird zuerst nach dem Feld der Matrix und erst darin nach Hebel: 0,2 Punkte in zehn Minuten stünden sonst über zwölf Punkten in drei Tagen.
- Filter „Höchstens“ setzen. Er zeigt alles bis zu einem Aufwand je Befund — die Liste für die Frage, was heute noch zu schaffen ist.
- Segmente hinterlegen (Einstellungen → Segmente). Shop, Blog, Karriere: Über der Regelliste der Problem-Ansicht steht dann die Aufschlüsselung mit Befunden je Seite — davon hängt ab, wer die Arbeit übernimmt.
- Die Detailspalte prüfen. Zur ausgewählten Zeile stehen die Handlungsempfehlung der Regel im Wortlaut und bis zu fünf betroffene Adressen; Alle Fundstellen zeigen springt in die Problem-Ansicht auf diese Regel.
- Exportieren. Die Dateiendung entscheidet: PDF mit Kennzahlen und jeder Aufgabe samt Anweisung für das Angebot, Excel mit Deckblatt und einer Zeile je Aufgabe zum Abhaken. Ohne Fenster schreibt
jmx-cli --tasks aufgaben.pdfdasselbe.
Worauf Sie achten müssen
Die Stunden sind gerechnet, nicht gemessen: sechs Minuten für einen Handgriff, gut zwanzig für einen kurzen Text, anderthalb Stunden für echte Arbeit an einer Seite, ein Dreivierteltag für ein Vorhaben; eine einmalige Änderung wird mit dem Dreifachen dessen angesetzt, was ein einzelner Befund derselben Regel kostet, weil eine Vorlage geprüft sein will. Ihr Stundensatz steht in keiner dieser Zahlen. JMX kennt weder Ihr CMS noch die Freigabeschleife — die Umrechnung von Arbeitszeit in einen Preis bleibt Ihre Aufgabe, und deshalb steht die Spalte in Stunden und nicht in Euro.
Die Reichweite ist absichtlich vorsichtig. Als einmalig gilt nur, was strukturell an einer Stelle liegt: robots.txt, Server-Konfiguration, Sprachauszeichnung im Grundgerüst. Alles andere zählt je Seite. Erzeugt Ihr CMS die fehlenden Descriptions aus einem einzigen Vorlagenfeld, schätzt JMX zu hoch — das ist die Richtung, in der eine Schätzung falsch sein darf.
Ein kritischer Befund gilt immer als hohe Auswirkung, auch wenn er nach Punkten kaum zählt: Eine Weiterleitungsschleife auf zehntausend Seiten ergibt rechnerisch fast nichts und ist trotzdem das Erste, was jemand anfassen muss. Befunde aus der Logauswertung stehen mit 0 Punkten Auswirkung in der Liste, weil die Bewertung kein Crawl-Budget kennt. Und ohne Lizenz endet jede Auswertung bei 25 Seiten — eine Aufwandssumme aus 25 Seiten auf viertausend hochzurechnen, ist keine Schätzung.
Eine Zahl, die aus einer Liste kommt, überlebt die Rückfrage: Endet das Budget bei Zeile 14, verhandeln Sie nicht mehr über den Preis, sondern über die Zeilen 15 bis 40.