← Alle Tipps

Rankings nach dem Relaunch weg: die technische Ursachensuche

Der Relaunch ist zehn Tage her. Die Startseite hält ihre Position, aber die Anfragen, die früher auf Unterseiten gingen, stehen in der Search Console bei Impressionen nahe null, und im Projekt kann niemand sagen, ob das an den Weiterleitungen liegt, an einem noindex aus dem Testsystem oder schlicht daran, dass Google noch neu bewertet. Jeder Tag Vermutung kostet Umsatz. Teuer wird die Sache aber vor allem dann, wenn die alte Domain abgeschaltet wird, bevor jemand ihren indexierten Bestand gesichert hat.

So gehen Sie mit JMX vor

  1. Migration-Ansicht öffnen, alte und neue Domain eintragen. Den Alt-Bestand aus mehreren Quellen zugleich erheben: Crawl, Sitemap, Search Console, site:-Abfrage, Wayback Machine. Sie widersprechen einander mit Absicht — der Crawl findet, was verlinkt war, das Archiv auch URLs, die vor Jahren gelöscht wurden und noch Backlinks tragen.
  2. Vergleich starten. Jede alte Adresse bekommt eine von elf Bewertungen: von „In Ordnung“ über temporäre Weiterleitung, Weiterleitungskette, Schleife und „Keine Weiterleitung“ bis „Verloren“ (404/410), „Ziel nicht indexierbar“ und „Auf Startseite umgeleitet“. Schalten Sie die Klickdaten der Search Console dazu, dann sortiert die Liste nach Risiko: Schwere des Befunds mal Klickvolumen der alten URL.
  3. Reiter Technik, die technische Abnahme auf einer Seite: Crawler-Zugriff, robots.txt, Sitemaps, Indexierbarkeit, Weiterleitungen, Tempo, Sprachcodes. Ein Staging-robots.txt, das beim Livegang mitgezogen ist, fällt hier in der ersten Minute auf.
  4. Die neue Domain crawlen und unter Probleme die HTML-Validierung durchsehen. Ein ungültiges Element im head schließt ihn vorzeitig; Canonical, Hreflang und robots dahinter landen im body, wo Google sie nicht liest. Die Regel nennt das erste solche Element mit Zeilennummer.
  5. Aus den Zuordnungen die Weiterleitungsdatei schreiben, als .htaccess, nginx-.conf oder web.config. Statuscode und Sicherheitsschwelle wählen Sie vorher; alles unter der Vorgabe von 90 % kommt auskommentiert mit, statt zu verschwinden.
  6. Nach der Reparatur die Nachprüfung laufen lassen. Sie holt genau die geänderten Adressen mit Klicktiefe null und stellt Status und Befunde vorher gegen jetzt, ohne dass ein zweiter Vollcrawl nötig wird. Danach meldet ein Knopf die neuen Ziele per IndexNow.

Worauf Sie achten müssen

Die Bewertung „Keine Weiterleitung“ wird regelmäßig falsch gelesen. Beim Umzug heißt eine alte URL, die weiter mit 200 antwortet, dass die Umstellung an dieser Stelle nicht greift. Steht dagegen auf beiden Seiten dieselbe Domain, weil Sie nachprüfen statt umzuziehen, ist genau dieselbe Antwort das gewünschte Ergebnis und wird als „weiterhin erreichbar“ geführt. Der Host wird dabei zeichengenau verglichen, denn beispiel.at auf www.beispiel.at ist ein echter Umzug.

JMX beantwortet nicht, warum ein Ranking gefallen ist. Es prüft, ob die Adressen ankommen, die Google kannte. Steht der Migrations-Score hoch und bleiben die Klicks trotzdem aus, liegt die Ursache im Inhalt, im Wettbewerb oder in einem Update, und dafür gibt es hier keine Messung — wohl aber die Suchanalyse mit „Gewonnen / Verloren“ gegen den gleich langen Vorzeitraum. Die Quellen haben ihre Lücken: Die Search Console liefert, was in den letzten 90 Tagen Impressionen hatte, indexierte Seiten ganz ohne Einblendung fehlen dort, und der Archiv-Bestand wird bei 50.000 URLs gekappt.

Bleibt die Zeit. Google übernimmt neue URLs nicht am Tag der Umstellung; nachzufassen lohnt zwei bis vier Wochen später über die URL-Prüfung der Search Console. IndexNow beschleunigt Bing, Yandex, Seznam und Naver, nicht Google — das steht auch in der Erfolgsmeldung.

Sichern Sie den Bestand der alten Domain, solange sie noch antwortet: Danach bleibt als Quelle das Archiv, und das kennt nur, was es zufällig besucht hat.

TippsRelaunchSearch ConsoleWeiterleitungen