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Vor dem Relaunch: Testsystem gegen Live stellen

Der Termin steht, das Testsystem läuft, die Freigabe liegt vor. Was niemand geprüft hat: ob jede Seite, die heute Besucher bringt, morgen unter derselben Adresse antwortet. Fällt das erst nach dem Umschalten auf, sind die Weiterleitungen Wochen zu spät — Google hat die alten URLs dann bereits als 404 gesehen, und die Positionen, die dabei verloren gehen, kommen nicht von selbst zurück. Zwischen Staging und Produktion gibt es keine Weiterleitung, der man folgen könnte; beide Seiten müssen gecrawlt und Seite für Seite verglichen werden.

So gehen Sie mit JMX vor

  1. Umgebungen öffnen. Im Reiter Umgebungen (Abschnitt „Umsetzen“) tragen Sie Live-URL und Test-URL ein. Wer die Live-Seite gerade gecrawlt hat, setzt den Haken bei Aktuellen Crawl als Live-Seite verwenden und spart den zweiten Durchlauf.
  2. Zugang zur Testumgebung ausfüllen. Basic Auth, robots.txt der Testumgebung ignorieren, Ungültige Zertifikate akzeptieren — diese drei Angaben gelten nur für das Testsystem, die Live-Seite wird unverändert gecrawlt. Dann Vergleich starten.
  3. Die acht Bewertungen durchgehen. Jede Seite bekommt genau eine: unverändert, Pfad geändert, fehlt im Test, nur im Test, Status weicht ab, Indexierbarkeit weicht ab, Inhalt verändert, Metadaten verändert. Was an derselben Seite sonst noch aussteht, steht in der Spalte Unterschiede.
  4. Zuordnung und Sicherheit lesen. Verschobene Seiten sucht JMX in neun Stufen abnehmender Sicherheit — vom gleichen Pfad über byte-identischen Quelltext, Fingerabdruck und Titel bis zum gewachsenen Slug (/datenschutz/datenschutzerklaerung) und zur bloßen Pfadähnlichkeit. Welche Stufe gegriffen hat, sagt die Spalte Zuordnung, wie belastbar sie ist die Spalte Sicherheit.
  5. Weiterleitungen erzeugen. Der Knopf neben Exportieren schreibt aus allen Zeilen mit geändertem Pfad eine fertige .htaccess, nginx-.conf oder web.config. Code steht auf 301, Scharf ab % in der Vorgabe auf 90; alles darunter kommt auskommentiert mit.
  6. Den Staging-Hostnamen suchen. Im Reiter Suche den Testhostnamen im Bereich Quelltext suchen. Er steckt in Bildpfaden, Skripten und Tracking-Schnipseln und wandert sonst mit ins Live-System.
  7. robots.txt und Sitemap vorher prüfen. Unter Einstellungen → Crawl → Eigene robots.txt (Entwurf) gilt die noch nicht eingespielte Datei für den Crawl statt der Live-Datei, samt Wirkung auf die KI-Crawler-Übersicht. Der Reiter Sitemap-Check hält die neue sitemap.xml gegen die live ausgelieferte, ohne zu crawlen.

Worauf Sie achten müssen

Eine hohe Übereinstimmung ist keine Freigabe. Der Vergleich meldet bewusst nicht, was er als erwarteten Unterschied kennt: die Domain und noindex im Testsystem — ein für Suchmaschinen offenes Staging wäre der schlimmere Fehler. Umgekehrt wird gemeldet, was zählt: live noindex, im Test nicht, und ein Canonical, das auf die andere Umgebung zeigt. Eine Seite, die verschoben wurde und zugleich mit 404 antwortet, erscheint als „Status weicht ab“ und nicht als „Pfad geändert“; wer hier zuerst die Weiterleitung schreibt, führt Besucher nur schneller zum Fehler.

Unterhalb von 100 % ist eine Zuordnung eine Einschätzung, kein Beweis. 100 % heißt gleicher Pfad oder byte-gleicher Inhalt, darunter hat JMX über Fingerabdruck, Titel oder Pfadform geschlossen, und standen zwei Kandidaten gleich gut da, wird die Sicherheit geteilt. Genau dafür sind die auskommentierten Zeilen da. Das sind Prüfaufträge, kein Müll. Ab 2.000 Seiten ohne Gegenstück vergleicht die Pfadsuche außerdem nicht mehr jeden Pfad mit jedem, sondern nur noch Pfade mit gemeinsamen Bestandteilen — ein Hinweis über der Tabelle sagt es, wenn das greift.

Besteht die Website aus vielen fast gleichen Seiten — Kategorien ohne Produkte, leere Ergebnislisten —, lohnt es, Verschobene Seiten auch am Inhalt erkennen abzuschalten; dann bleiben allerdings die Verschiebungen unentdeckt, die nur am Inhalt zu erkennen waren. Der Umgebungsvergleich beantwortet zudem die Frage vor dem Schalter, nicht die danach: Ob die indexierten alten URLs später wirklich ankommen, prüft der Reiter Migration — mit dem Bestand aus Crawl, Sitemap, Search Console, site:-Abfrage oder Wayback Machine, gewichtet nach den Klicks, die jede alte URL tatsächlich gebracht hat.

Was der Vergleich vor dem Schalter nicht findet, findet danach die Search Console — und zwar erst, wenn Google die neuen URLs übernommen hat, also zwei bis vier Wochen später.

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