Verwaiste Seiten finden, die Google längst kennt
Eine Übersichtsseite wird umgebaut, drei Links fallen dabei weg, und niemand merkt es. Die betroffenen Seiten antworten weiter mit 200, stehen weiter in der Sitemap und sammeln in der Search Console weiter Impressionen ein — nur führt kein Weg der eigenen Navigation mehr zu ihnen, weshalb Google sie seltener abholt und ihnen die interne Linkkraft entzieht, die sie vorher getragen haben. Teuer wird das beim Relaunch. Was in keiner Struktur auftaucht, steht in keiner Weiterleitungstabelle.
So gehen Sie mit JMX vor
- Einstellungen → Crawl: „Sitemaps einlesen“ eingeschaltet lassen — ab Werk ist es das — und für diesen Lauf keine URL-Obergrenze setzen. Eine verwaiste Seite ist per Definition unverlinkt; ohne die Sitemap als zweite Quelle findet der Crawler sie nicht. Dann im Reiter Crawl bis „Crawl abgeschlossen“ laufen lassen.
- Ergebnisse → Verwaiste Seiten: alle internen HTML-Seiten ohne einen einzigen eingehenden Hyperlink, mit Status, Indexierbarkeit, Titel, Tiefe und der Spalte
In Sitemap. Die trennt die beiden Fälle: gelistet, aber unverlinkt — oder über die Website gar nicht erreichbar. - Probleme: der Befund
SEO.STRUCTURE.ORPHAN, „Verwaiste Seite ohne eingehende interne Links“, voreingestellt als Warnung, mit Handlungsempfehlung und Fundstellen. - Suchanalyse → „Reichweite ohne Fundament“: die Kreuzanalyse hält Seiten mit Search-Console-Impressionen gegen Crawl, Sitemap und Server-Log. Vier Befundarten, höchstens 200 Zeilen — von Google gezeigt und im Crawl nie gefunden; im Crawl, aber unverlinkt; verlinkt, aber nie von einem Bot der Logauswertung geholt; erreichbar, aber in keiner Sitemap.
- Struktur → Crawl-Diagramm: das kräftebasierte Layout zieht Hubs zusammen und lässt Verwaistes an den Rand treiben — das Bild für die Besprechung, in der jemand über den Verbleib entscheidet.
- Aufgaben: die Regel trägt Aufwand „klein“ und Reichweite „je Seite“. Vierzig verwaiste Seiten sind vierzig Links, nicht eine Vorlagenänderung.
Worauf Sie achten müssen
Die beiden Listen sind nicht dieselbe Liste. Der Reiter Ergebnisse zählt jede interne HTML-Seite mit null eingehenden Hyperlinks — auch die mit noindex, die mit 404 und die, die nur über eine verlinkte 301 erreicht wird. Die Regel im Reiter Probleme ist enger: Sie nimmt ausschließlich indexierbare Seiten und rechnet die Erreichbarkeit über bis zu fünf Weiterleitungsstufen weiter, bevor sie urteilt. Die Ergebnisliste ist deshalb länger als die Zahl der Befunde — die Differenz zwischen „unverlinkt“ und „unerreichbar“, kein Fehler.
Die Grenze steht in der Überschrift: JMX findet nur, was eine Quelle nennt — ein Link, die Sitemap, ein Canonical, ein hreflang, eine Weiterleitung. Eine Seite, auf die nichts verlinkt und die in keiner Sitemap steht, ist auch für den Crawler unsichtbar, während Google sie über einen alten Backlink weiter kennt. Diese Lücke schließt kein Crawl. Sie schließen sie über die Kreuzanalyse und über den Reiter Migration, dessen Bestandserhebung zusätzlich site:-Abfrage und Wayback Machine kennt.
Zwei Sonderfälle sollten Sie kennen. Die Regel schweigt, sobald der Crawl abgebrochen, fehlgeschlagen oder an seiner URL-Grenze angekommen ist — ein Befund, der aus einer Abwesenheit argumentiert, braucht einen vollständigen Lauf; ohne Lizenz endet jeder Crawl bei 25 Seiten und gilt damit als gedeckelt. Und wo die Navigation erst per JavaScript entsteht, hält der Crawl die halbe Website für verwaist. Der Reiter Rendern zeigt, welche Links erst im Browser existieren; in den Linkgraphen des Crawls fließen sie nicht zurück.
Solange eine Seite nur über die Sitemap erreichbar ist, bitten Sie Google, etwas aufzunehmen, das Ihre eigene Website niemandem empfiehlt.