← Alle Tipps

Backlinks auf Fehlerseiten und Weiterleitungen finden

Ein Kunde hat über Jahre Erwähnungen gesammelt, und ein Teil davon zeigt auf Adressen, die es so nicht mehr gibt: die Produktseite aus dem alten Shop, die Landingpage einer abgelaufenen Kampagne. Der Server antwortet mit 404, oder er schiebt den Besucher über zwei Zwischenstationen auf die Startseite. Auffallen tut das niemandem. Genau deshalb bleibt es liegen, denn im Backlink-Bericht sieht das Profil unverändert stark aus, während die Stärke an Adressen ankommt, die nicht ranken können, weil sie mit einem Fehler antworten, ein noindex tragen oder erst nach einem Umweg irgendwo landen.

So gehen Sie mit JMX vor

  1. Zugang hinterlegen. Unter Einstellungen → Google → DataForSEO tragen Sie Login und API-Passwort ein, und zwar das aus dem DataForSEO-Dashboard, nicht das des Web-Logins. Die Link-Metriken haben ein eigenes Tageslimit.
  2. Vollständig crawlen. Die Abfrage arbeitet auf dem Bestand des Crawls. Was nicht gecrawlt wurde, wird nicht abgefragt.
  3. Link-Metriken abrufen. In der Ansicht Link-Metriken legen Sie links den Umfang fest: alle internen Adressen des Crawls, nach Klicktiefe geordnet, mit Obergrenze und einschließlich der Weiterleitungen, Fehlerseiten und nicht indexierbaren Seiten, denn genau dort steht der Befund. Abgefragt wird in Blöcken zu 1.000 Adressen, je Kennzahl ein Aufruf je Block; jede der vier Kennzahlen lässt sich abwählen. Die Schätzung aus Adressen, Abfragen und Preis steht vor dem Knopf.
  4. Auf „Nur auffällige“ schalten. Rechts entstehen aus Kennzahlen und Crawl die Hinweise, die der Anbieter allein nicht kennen kann:
    • Backlinks auf Fehlerseite
    • Backlinks auf Weiterleitung
    • Backlinks auf nicht indexierbare Seite
    • intern unterverlinkt
    • hoher Spam-Wert, ab 50 von 100
  5. Die intern unterverlinkten Seiten trennen. Diese Zeilen brauchen keine Weiterleitung, sondern interne Links. Die zuschaltbare Spalte Link Score in den Ergebnissen, der interne PageRank von 0 bis 100, zeigt, wie weit eine von außen gut verlinkte Seite intern abgehängt ist.
  6. Exportieren und gegenprüfen. Das Ergebnis wandert in die Projektdatei und geht über Exportieren als CSV oder Excel an den, der die Weiterleitungen einträgt. Danach crawlen Sie erneut und lesen im Reiter Verlauf den Vergleich mit dem vorigen Lauf.

Worauf Sie achten müssen

„Backlinks auf Weiterleitung“ ist kein Fehler, sondern eine Prüfvorlage. Eine einzelne 301 auf ein passendes Ziel ist in Ordnung und bleibt es. Zu prüfen sind die Ketten und die 302. Ebenso wichtig: Leere Zellen bedeuten „nicht abgefragt“ oder „nicht geliefert“, nie null. Wer sie als Null liest, hält eine Seite ohne Daten für eine Seite ohne Backlinks.

Die Grenze des Verfahrens steht im zweiten Schritt. Eine URL, die vor drei Jahren gelöscht wurde, auf die intern niemand mehr verlinkt und die in keiner Sitemap steht, taucht im Crawl nicht auf und in dieser Tabelle folglich auch nicht, obwohl gerade sie die Backlinks trägt, um die es geht. Dafür ist die Ansicht Migration da: Der Alt-Bestand lässt sich dort aus Crawl, Sitemap, Search Console, site:-Abfrage und Wayback Machine erheben. Der Archiv-Bestand wird bei 50.000 URLs gekappt, und die Kappung steht am Ergebnis.

Aus den Link-Metriken schreibt JMX keine Weiterleitungsdatei. Fertige .htaccess, nginx-.conf oder web.config entstehen aus dem Umgebungsvergleich und aus der Migrationsprüfung. Die Zahlen selbst sind bezahlte Schnappschüsse: Ein neuer Lauf ersetzt Ergebnisliste und Befunde, lässt die Link-Metriken aber stehen und setzt einen roten Balken darüber — abgerufen vor dem aktuellen Crawl.

Einen Link, den jemand vor drei Jahren gesetzt hat, setzt niemand ein zweites Mal. Was Sie jetzt nicht einsammeln, ist weg, sobald die verweisende Seite selbst verschwindet.

TippsWeiterleitungen