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Titel abgeschnitten: nach Pixeln prüfen, nicht nach Zeichen

Der Kunde schickt einen Screenshot seiner eigenen Google-Suche: Der Titel bricht mitten im Markennamen ab, die Description endet vor der Telefonnummer. Solche Snippets stehen oft monatelang so in der Ergebnisliste, weil niemand die eigene Website googelt und die Search Console keinen Ausschnitt zeigt, sondern nur Klicks, Impressionen und eine Klickrate, die eben ein wenig niedriger ausfällt als die der Nachbarn auf derselben Position. Der Rang leidet nicht. Die Klickrate leidet.

So gehen Sie mit JMX vor

  1. Crawlen Sie die Website über den Reiter Crawl. JMX erfasst je HTML-Seite Titel und Meta-Description in Zeichen und in Pixel; gerechnet wird an Arial in der Größe, in der Google die Ergebnisliste setzt — 20 Pixel für den Titel, 14 Pixel für das Snippet.
  2. Öffnen Sie Ergebnisse → Seitentitel und blenden Sie die Spalten Titel-Länge und Titel-Pixel ein. Absteigend nach Pixel sortiert steht die Arbeitsliste da: Ab 580 Pixel schneidet Google auf dem Desktop ab.
  3. Dasselbe unter Ergebnisse → Meta-Descriptions mit Description-Länge und Description-Pixel. Hier liegt die Grenze bei 985 Pixel.
  4. Im Reiter Probleme stehen dieselben Seiten nach Regel gruppiert. SEO.TITLE.TOO_WIDE und SEO.META_DESCRIPTION.TOO_WIDE melden als Warnung und nennen je Seite, wie viele Pixel zu viel es sind; SEO.TITLE.TOO_LONG (über 60 Zeichen) und SEO.META_DESCRIPTION.TOO_LONG (über 155 Zeichen) stehen als Hinweis daneben — die Zeichenzahl ist die Faustregel beim Schreiben, die Pixelbreite die Entscheidung.
  5. Klicken Sie eine betroffene Zeile an und sehen Sie im Detailbereich unter Vorschau → Google-Snippet nach: gleiche Breite, gleiche Zeilenzahl. Was dort mit Auslassungspunkten endet, endet auch in der Suche so.
  6. Die Aufschlüsselung Nach Segment in der Problem-Ansicht sagt, ob Shop, Blog oder Karriere betroffen ist. Davon hängt ab, wer die Texte schreibt.
  7. Der Reiter Aufgaben rechnet den Rest: Diese Regeln tragen den Aufwand „klein“ je betroffener Seite, 300 abgeschnittene Titel sind also 300 Texte und keine Vorlagenänderung. Die Liste geht als PDF, Excel oder CSV an die Redaktion.

Worauf Sie achten müssen

Die häufigste Fehlinterpretation: 580 Pixel sind keine Zusage. JMX misst das ausgelieferte HTML, nicht die Ergebnisseite — Google schreibt Titel-Links regelmäßig selbst um, mit Text aus Überschriften, Ankertexten oder dem Domainnamen, und tut das auch bei Titeln, die bequem unter der Grenze liegen. Umgekehrt ist ein abgeschnittener Titel kein Rankingproblem, und die Description ist ohnehin kein Rankingfaktor. Weg ist nur der Teil, der zum Klicken bewegen sollte.

Die Breite ist eine Näherung, und der Befund sagt deshalb „rund“. Gerechnet wird über die Vorschubbreiten von Arial, und gerechnet wird für den Desktop — mobile Ergebnislisten brechen anders um, dafür hat JMX keine Messung. Ob die Kürzung tatsächlich Klicks kostet, beantwortet nicht der Crawl, sondern die Suchanalyse unter „Gute Position, kaum Klicks“. Die Schwellen selbst sind Vorgaben und keine Naturkonstanten: Titel-Länge, Titel-Pixel und Description-Länge lassen sich unter Einstellungen → Schwellenwerte ändern, eine Neubewertung braucht keinen neuen Crawl.

Ein Sonderfall wird regelmäßig für einen Fehler gehalten: Seiten mit noindex tauchen in diesen Befunden nicht auf. Das ist Absicht, denn jede dieser Regeln argumentiert aus dem Suchergebnis heraus, und eine Seite, die nie in einem Ergebnis erscheint, hat kein abgeschnittenes Snippet — sonst begrübe eine gefilterte Shop-Navigation mit ein paar hundert Treffern genau die Seiten, um die es geht. Ebenso bleiben externe Adressen, Weiterleitungen und Fehlerseiten draußen.

Wer die Spalte Titel-Pixel einmal sortiert hat, schreibt danach anders: tragende Begriffe nach vorn, Markenname ans Ende — nicht weil das eleganter wäre, sondern weil nur der Anfang garantiert gelesen wird.

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