Falsche Sprachfassung: hreflang mit JMX prüfen
Ein Kunde aus Zürich bekommt die deutsche Preisliste, ein Besucher aus Wien die Schweizer, und in der Search Console rankt zu österreichischen Anfragen die .de-URL. Die Ursache liegt selten an der einen Seite, die falsch angezeigt wird: hreflang ist eine wechselseitige Erklärung, und sobald eine Fassung der Gruppe ausschert, verwirft Google die Zuordnung in der Regel für den ganzen Cluster — auch für die Sprachversionen, die sauber ausgezeichnet sind. Teuer wird das leise. Der Traffic bricht nicht ein, er konvertiert nur schlechter.
So gehen Sie mit JMX vor
- Einstellungen → Crawl: alle Fassungen in einen Lauf. Liegen die Sprachen auf Subdomains wie
de.oderfr., schalten Sie „Subdomains einbeziehen“ ein. Die Prüfung auf Wechselseitigkeit kann nur werten, was im selben Crawl liegt. - Reiter Technik, Karte „Sprachcodes“. Drei Zahlen auf einen Blick: Seiten ohne
lang-Attribut, Codes außerhalb der Form, die BCP 47 verlangt, und hreflang-Angaben mit unbrauchbarem Code. Was nicht geprüft werden konnte, heißt dort „unbekannt“ und nicht „in Ordnung“. - Reiter Ergebnisse, Registerkarte Hreflang. Hier steht die Auszeichnung je Seite. Ein Klick auf die Zeile öffnet die Detailansicht mit Befunden, Links und Quelltext — dort sehen Sie, was der Sprachumschalter tatsächlich ausgibt.
- Reiter Probleme, Kategorie Hreflang. Zehn Regeln greifen. Als Fehler kommen
SEO.HREFLANG.TO_ERROR,SEO.HREFLANG.MISSING_SELF,SEO.STRUCTURE.HREFLANG_NO_RETURNundSEO.HREFLANG.INVALID_CODE— Letzteres prüft gegen ISO 639-1 und ISO 3166-1 alpha-2, weshalben-UKundde-EUauffallen, obwohl sie richtig aussehen. Als Warnung folgen Ziele, die weiterleiten, kanonisiert oder nicht indexierbar sind. - Reiter Suche, Bereich Quelltext. Modus „enthält nicht“, Begriff
hreflang, eingeschränkt auf den Pfadbereich/en: die Liste der Seiten, die gar keine Auszeichnung tragen und deshalb in keiner Regel auftauchen. - Reiter Aufgaben. Ein fehlender Selbstverweis ist meist eine Zeile im Layout; ein Ziel, das per 301 weiterleitet, ist Arbeit je Seite. Diese Unterscheidung trägt die Liste als Aufwand und Hebel.
Worauf Sie achten müssen
Die häufigste Fehlinterpretation: hreflang ist keine Weiterleitung und kein Ranking-Signal. Es entscheidet, welche der ohnehin rankenden Fassungen ausgespielt wird. Wer im Browser auf der falschen Sprache landet, weil ihn eine Weiterleitung nach IP-Land dorthin geschickt hat, hat ein anderes Problem — und eines, das JMX nicht sieht: Der Crawler ruft von einem Standort und mit einer Kennung ab.
Die Grenze des Verfahrens steht in der Regel selbst. Geprüft werden nur Ziele, die der Crawl als interne HTML-Seite geholt hat. Liegen die Fassungen dagegen auf getrennten Länderdomains — beispiel.de, beispiel.fr, beispiel.it —, sind die Ziele aus Sicht des Crawls extern, die Prüfung läuft nicht, und das Ausbleiben eines Befundes ist dann keine Entlastung, sondern eine Lücke. Es bleibt ein Lauf je Domain.
Zwei Sonderfälle noch. Steht die Auszeichnung nicht im HTML, sondern in der Sitemap, gehört sie in den Reiter Sitemap-Check, der Codes, Selbstverweis, Wechselseitigkeit und x-default gesondert prüft; gecrawlt wird dort nichts, erst beides zusammen ist die vollständige Prüfung. Der fehlende x-default wiederum ist bewusst nur ein Hinweis, weil Google ihn empfiehlt und nicht verlangt — bei drei Fassungen und Kunden aus 40 Ländern entscheidet Google ohne ihn selbst, wer was bekommt.
Stimmen Codes, Selbstverweise und Rückverweise und rankt trotzdem die falsche Fassung, dann liegt es nicht mehr an hreflang, sondern an zwei Seiten, die dasselbe sagen — und der nächste Blick gilt der Near-Duplicate-Erkennung in derselben Problemliste.